Aktivitätsbasierte Arbeitsplatzkonzepte richtig verstehen

STREIT-Spielregelworkshop für die neue Firmenzentrale in Gengenbach 

Die Bedeutung von Kreativität und Innovationen in Unternehmen

Mit Kreativität verbinden die meisten Menschen etwas Künstlerisches: ein Maler, der ein neues Bild malt oder eine Musikerin, die ein neues Stück komponiert. Doch auch in Unternehmen ist Kreativität etwas Essentielles, hier ist jedoch eher die problemlösende Kreativität gefragt, z.B. um ein neues Kundenproblem zu lösen oder einen internen Prozess zu optimieren. Die Mitarbeiterkreativität beschreibt also die Fähigkeit etwas Neues und Nützliches im Unternehmenskontext zu schaffen. Häufig wird die Bedeutung von Kreativität jedoch unterschätzt, obwohl sie eine der wichtigsten Softskills in Unternehmen und der Ausgangspunkt einer jeden Innovation ist. Dabei sind es doch eben diese Innovationen, die ein Unternehmen erst überlebensfähig im harten Konkurrenzkampf machen. Daher sollte es die Bestrebung eines jeden Unternehmens sein, die Kreativität seiner Mitarbeiter bestmöglich zu fördern. 

Die richtigen Räume eignen sich zur Kreativitätsförderung

Kreativität ist eine Fähigkeit, die in uns allen schlummert. Bei manchen Menschen muss sie nur etwas mehr, bei anderen etwas weniger stimuliert werden. Ein immer beliebteres Mittel zur Stimulierung der Mitarbeiterkreativität ist die Implementierung innovativer Arbeitsplatzkonzepte. Besonders sogenannte aktivitätsbasierte Arbeitsumfelder sind mittlerweile bei Unternehmen aller Branchen und Größen sehr beliebt. Diese Art von Arbeitsumfeld zeichnet sich durch ein Angebot verschiedener Raumtypen aus, die entweder offen oder geschlossen gestaltet und entweder für individuelle oder Teamaufgaben geeignet sind. Ergänzt werden diese Kernräume häufig noch durch informelle Flächen, wie Lounges oder Meeting Points. Das Besondere an diesem Arbeitsplatzkonzept ist jedoch, dass keinem Mitarbeiter mehr ein fester Schreibtisch zugeteilt wird und dieser jeden Morgen neu entscheidet, welcher Raum für seine anstehende Aufgabe am besten geeignet ist. Die Mitarbeiter können das Arbeitsumfeld also entsprechend ihrer Bedürfnisse nutzen und demnach einen geschlossenen Raum aufsuchen, falls sie ein Bedürfnis nach Ruhe für konzentriertes Arbeiten haben oder in der offenen Fläche arbeiten, falls sie viel Kommunikation und spontane Interaktion benötigen. Dieses höchste Maß an Flexibilität und Mitarbeiterautonomie bietet die idealen Rahmenbedingungen für kreatives Arbeiten. Denn jeder von uns hat andere Anforderungen an kreatives Arbeiten und aktivitätsbasierte Arbeitsumfelder unterstützten bei einer ganzen Reihe verschiedener Arbeitsweisen.

Was bedeutet dies für die Praxis und STREIT?

Auch wenn derartige Arbeitsplatzkonzepte in Unternehmen immer beliebter werden, so können bei ihrer Implementierung doch Probleme auftreten. Beispielsweise haben viele Mitarbeiter zuvor noch nie komplett flexibel gearbeitet und sind einen festen Schreibtisch gewohnt. Auch die dynamische Arbeitsweise und das rege Treiben im Büro stellt für viele Mitarbeiter eine völlig neue Arbeitssituation dar. Wichtig ist es daher, dass den Mitarbeitern frühzeitig der Nutzen der neuen Arbeitsweisen kommuniziert und diese aufrichtig in den Veränderungsprozess eingebunden werden. Aufgrund der neuen Art des Arbeitens sind auch gewisse Spielregeln notwendig, die ein gemeinsames Verständnis der neuen Zusammenarbeit schaffen und somit das Risiko möglicher Konflikte schmälern. Da nun auch ein aktivitätsbasiertes Arbeitsumfeld am neuen STREIT-Standort in Gegenbach vorzufinden ist, hat Herr Bischler und sein Team mich dazu eingeladen einen Workshop zu moderieren, um zusammen mit Multiplikatoren aus allen Abteilungen Spielregeln für den neuen Standort zu erarbeiten. Nach einem kurzen Kennenlernen und einer Ortsbegehung der Räumlichkeiten in Gegenbach haben wir uns mit den verschiedenen Raumtypen vertraut gemacht und diskutiert, welche Aufgabe vorzugsweise in welchem Raumtyp erledigt werden sollte. Als nächste Aufgabe identifizierten die anwesenden MitSTREITerinnen und MitSTREITer folgende Problemfelder der neuen Zusammenarbeit: Arbeitsplatzwahl, Neue Arbeitsweisen, Clean Desk und Essen & Trinken. In kleinen Gruppen erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Spielregeln für diese vier Felder, die nun in die bereits bestehenden STREITigkeiten aufgenommen werden sollen. Der Workshop hat eine Menge Spaß gemacht und mein Credo unterstrichen: Die Mitarbeiter sind diejenigen, die in diesem Arbeitsumfeld arbeiten, daher sollten sie es auch mitgestalten!

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Zu Marc Rücker

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg

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