Warum ist das Papier plötzlich so teuer?

Papierbranche im Ausnahmezustand

Seit Mitte des Jahres 2021 ist die Branche in heller Aufregung: Auf dem Papiermarkt gibt es angesichts von Lieferengpässen infolge der Corona-Krise massive Preissteigerungen. Streit hat darüber berichtet. Damals lag der Fokus auf der Verteuerung von Energie und der Schließung von Papierfabriken. Altpapier und Zellstoff, die zur Papierherstellung notwendig sind, haben sich "überdurchschnittlich" verteuert, so das Statistische Bundesamt. Seither sind Druckereien, Verlage, Zeitungs- und Zeitschriftenverleger sowie die Papierindustrie unter Druck. 

Die Kostensteigerung aufgrund der Lieferengpässe schauen wir uns noch etwas genauer an im folgenden Beitrag. 

Die Pandemie hat Prozesse und Lieferketten durcheinander gewirbelt

Deutschland ist weltweit auf Platz 4 im Verbrauch von Papier, Pappe und Kartonagen. Mittlerweile fehlt Papier zum Kopieren und Drucken sowie Papier für Druckerzeugnisse wie etwa Bücher, Zeitungen, Zeitschriften. Ein anschauliches Beispiel: Eine Tonne Papier – geliefert auf einer riesigen Rolle – kostete im Januar 2021 rund 500 Euro. Ende des Jahres lag der Preis 700 und 900 Euro. Im Schnitt waren die Kosten um 50% gestiegen. Doch wie genau kam es zu dieser Entwicklung?

Stillstand 2020: Die Welt hält den Atem an

Schaut man sich die Chronologie genauer an, so fällt folgende Entwicklung auf: 
Anfang 2020, mit dem weltweiten Beginn der Pandemie, sanken die Druckaufträge schlagartig. Sie waren einfach weggebrochen. Die Welt hielt zunächst den Atem an. Stillstand. Keine Konzerte, keine Reisen, keine Messen. Damit fielen auch die Druckerzeugnisse, die dafür Werbung machen, weg bzw. wurden storniert. Es gab viel weniger Reisekataloge, weniger Werbeflyer, keine Veranstaltungsheftchen, kaum noch Werbebeilagen. Und so fuhren auch die Papierfabriken ihre Produktion herunter. 

Durchatmen 2021: mehr Veranstaltungen und mehr Werbung

Das Herunterfahren wurde zum Problem, als im Sommer 2021 die Nachfrage wieder stieg, weil wieder mehr Druckaufträge zu verzeichnen waren. Die Läden, Kinos und Konzertsäle hatten wieder geöffnet und brauchten Werbematerial. Die Menschen reisten wieder, Veranstaltungen wurden geplant. Das Leben nach der Schockstarre war zurückgekehrt. Händler, Reiseveranstalter, Messeunternehmen und die Gastro- sowie Kulturbranche waren wiederbelebt und warben verstärkt wieder für sich und ihre Produkte. Doch diese plötzlich hohe Nachfrage nach Papier konnte nicht so schnell erfüllt werden. So erhielten etwa Kundinnen und Kunden des Discounters ALDI SÜD in Köln und in der ganzen Region im Herbst 2021 keine Angebotsprospekte mehr. Das Papier war alle.

Auch 2022 bleibt unvorhersehbar. Die Kostensteigerungen haben ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. 

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